Maisels Artbeer #2: Release Party im Urban Spree

Am 3. Mai lud uns die Braue­rei Mais­el zur Pre­mie­ren­par­ty nach Ber­lin auf das Fried­richs­hai­ner RAW-​Gelände ein. Anlass war die Vor­stel­lung des zwei­ten Mit­glieds ihrer Artbeer-​Edition. In die­ser Rei­he wer­den beson­de­re Bie­re mit beson­de­ren Eti­ket­ten her­aus­ge­bracht, die Künst­ler eigens für Maisel&Friends ent­wer­fen.

(c) Brauerei Maisel

Das Label des ers­ten Biers die­ser Art wur­de vor gut einem Jahr vom Frank­fur­ter Streetart-​Künstler CASE Mac­laim gestal­tet. Schon damals steck­te auch in der Fla­sche etwas beson­de­res: ein „Hop­py Strong Ale”, das hell, hop­fig, fruch­tig und mit tro­cke­nem Abgang daher­kam und sei­ne 9,5%vol Alko­hol so kaum spü­ren ließ.

Auch das neue Bier steht in Sachen Stär­ke und Aro­ma­tik dem ers­ten in nichts nach. Das Impe­ri­al IPA hat wie das vor­jäh­ri­ge Exem­plar 9,5%vol Alko­hol, ist aber IIPA-​typisch auf 85 Bit­ter­ein­hei­ten gehopft. In der Hop­fen­lis­te ste­hen unter ande­rem Bra­vo, Citra, Cas­ca­de und Paci­fi­ca, letz­te­rer auch kalt gestopft. Bit­te­re, Rest­sü­ße und Alko­hol sind gut aus­ba­lan­ciert, so dass die 80 IBUs erstaun­lich weich über den Gau­men gehen. Die Aro­men sind har­zig und fruch­tig, wenn auch nicht so vor­der­grün­dig wie bei den leich­te­ren Pale Ales, son­dern eher wür­zig, weich und viel­schich­tig.

(c) Brauerei Maisel

Das Label „Brewin’ out” kre­ierte dies­mal der Ber­li­ner Streetart-​Künstler Stohead (Chris­toph Häß­ler). Neben Mais­els Bier spray­te er auch eine gro­ße Wand des Urban-​Spree-​Biergartens in sei­nem typi­schen kal­li­gra­phi­schen Graffitti-​Stil. Der Schrift­zug „Brew” löst sich im Bild von oben nach unten immer mehr auf, bis er den blau­en Hin­ter­grund zurück­lässt.

Ein­stei­ger an die­sem Abend war aller­dings das her­vor­ra­gen­de „Hop­py Hell”. Hier wur­de das ers­te Hel­le von Maisel&Friends mit einem Tick fruch­ti­gen US-​Hopfens gepimpt. Her­aus­ge­kom­men ist ein fri­sches Som­mer­bier, das den „sau­be­ren” Geschmack eines süd­deut­schen Hel­len mit der Fruch­tig­keit eines leich­ten Ame­ri­can Pale Ales ver­eint. Ein groß­ar­ti­ges Session-​Bier, das bei 25 IBU, 11,5°P und 5,3%vol auch ohne wei­te­res ein zwei­tes (oder drit­tes) zulässt.

Wäh­rend es das Hop­py Hell und das Art­beer #2 aus 0,33er Fla­schen gab, lagen an den Häh­nen die vier bekann­ten und bun­des­weit erhält­li­chen Maisel&Friends-Biere an: IPA, Citril­la Wei­zen, Cho­co Por­ter und Pale Ale.

Im Lau­fe des Abends gab es dann auch Gele­gen­heit für diver­se Gespräch mit den Maisel-​Vertretern, unter ande­rem mit dem jun­gen Maisel&Friends-Braumeister Mar­kus Briem­le (Foto mit­te). Er ist ver­ant­wort­lich für alles, was auf Mais­els „klei­ner” Brau­an­la­ge im Lie­bes­bi­er ent­steht, die aber immer­hin auch 25 Hek­to­li­ter fasst. Unter ande­rem hat er mir ver­ra­ten, dass er immer noch ab und zu auf sei­ner 100-​Liter-​Heimanlage braut und gern mit am Hob­by­brau­er­stamm­tisch sitzt, der seit eini­gen Mona­ten im Bay­reu­ther Lie­bes­bi­er in loser Fol­ge abge­hal­ten wird.

(c) Brauerei Maisel

Beson­ders begeis­tert ist er vom neu­en Hob­by­brau­er­wett­be­werb „Home Brew Bay­reuth”, der die­ses Jahr zum zwei­ten mal im Lie­bes­bi­er statt­fand. Knapp 30 Hob­by­brau­er reich­ten ihre Kel­ler­bie­re zum Wett­be­werb ein und schenk­ten den fast tau­send Gäs­ten ihre haus­ge­mach­ten Bie­re aus. Haupt­preis des Wett­be­werbs ist ein Brau­tag auf der Maisel&Friends-Anlage und eine Palet­te des dort gebrau­ten Sie­ger­biers. Wei­te­re Prei­se wur­den von Spon­so­ren gestif­tet. Eine Fort­set­zung im nächs­ten Früh­jahr ist so gut wie sicher.

Mit dem Wet­ter hat­ten die Ver­an­stal­ter aller­dings etwas Pech. Bei 10°C Außen­tem­pe­ra­tur wäre die Wahl des Ver­an­stal­tungs­or­tes sonst viel­leicht nicht auf einen Bier­gar­ten gefal­len. So fiel das War­ten auf den Künst­ler schwer, der sich — alle Vor­ur­tei­le bestä­ti­gend — kräf­tig ver­spä­te­te.

Nach etwa drei Stun­den ließ ich Künst­ler dann Künst­ler sein und strich zit­ternd die Segel, um mich auf dem Heim­weg in der S‑Bahn wenigs­tens etwas auf­zu­wär­men. Die Haupt­at­trak­ti­on des Abends — das Art­beer — hat­te ich ja gese­hen und ver­kos­tet.


(c) Brauerei Maisel

Nach­trag:

Der Künst­ler (im Bild zwei­ter von links) erschien schließ­lich nach mei­nem Abgang doch noch und posier­te für das Bild rechts mit Brauerei-​Inhaber Jeff Mais­el (links), Bier­som­me­lier Micha­el König und Maisel&Friends-Braumeister Mar­kus Briem­le (rechts).

.



Schreibe einen Kommentar