Buchtipp: 111 fränkische Biergärten, die man gesehen haben muss

Die 111er-​Reihe des emons: Ver­lags ist inzwi­schen rela­tiv statt­lich: 42 ver­schie­de­ne Titel, meist aus dem Bereich Tou­ris­mus und Genuss in Fran­ken und Bay­ern, lis­tet das Ver­zeich­nis am Ende des Buches. Bei immer­hin drei­en davon war Mar­tin Drosch­ke Autor oder Mit­au­tor an der Sei­te von Nor­bert Kri­nes. Auch außer­halb der Rei­he ist Mar­tin sehr pro­duk­tiv; mein Lieb­lings­pro­jekt sind die Buch­sta­ben­nu­del­sup­pen­edi­tio­nen der Welt­li­te­ra­tur, die Mar­tin mit der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft her­aus­gibt.

Im vor­lie­gen­den Band hat der Autor 111 frän­ki­sche Bier­gär­ten aus­ge­wählt, die nach sei­ner Mei­nung einen Besuch beson­ders wert sind. Säu­ber­lich alpha­be­tisch geord­net von Amp­fer­bach bis Zim­mern sind sie im Inhalts­ver­zeich­nis ein­ge­tra­gen. Eine Kar­te im Anhang zeigt auch die Lage der Bier­tem­pel, die beson­ders im Gebiet um Bam­berg und Forch­heim dicht geballt sind.

Jedem Bier­gar­ten sind zwei Sei­ten gewid­met, deren eine ein ganz­sei­ti­ges Foto und die Daten ein­neh­men: Adres­se, Öff­nungs­zei­ten, Bie­re und Essen, Aus­stat­tung und Beson­der­hei­ten. Der Text auf der ande­ren Sei­te zeugt davon, dass der Autor wohl jeden ein­zel­nen der Bier­gär­ten per­sön­lich besucht und die eine oder ande­re Geschich­te dazu zu erzäh­len hat. Sie dre­hen sich meist um Lage und Geschich­te des Aus­schanks und der Braue­rei. Vom Bier ist lei­der nur sehr sel­ten die Rede.

Sym­pa­thisch an der Aus­wahl fin­de ich, dass Mar­tin die Bier­gär­ten bevor­zugt, die sich ihre Ein­fach­heit und Ursprüng­lich­keit noch weit­ge­hend bewahrt haben. Er nennt es „eine gera­de­zu anar­chis­ti­sche Rück­stän­dig­keit”. Ins­be­son­de­re die meist auf oder neben den unter­ir­di­schen, oft in den Berg getrie­be­nen Lager­ge­wöl­ben der Braue­rei­en errich­te­ten „Kel­ler” fal­len in die­se Kate­go­rie. Meist nur in der Som­mer­sai­son betrie­ben, oft etwas ver­steckt gele­gen, mit ein­fa­chen Spei­sen und dem Bier der loka­len Braue­rei hat sich dort glück­li­cher­wei­se in den letz­ten Jahr­zehn­ten wenig ver­än­dert.

Die Fran­ken ken­nen ihre Kel­ler natür­lich, aber dem bier­af­fi­nen Besu­cher hilft die­ses Buch, sei­ne Tou­ren so zu pla­nen, dass er die frän­ki­sche Bier­gar­ten­kul­tur auf ihre schöns­te Art erle­ben kann.

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