Hopfentage 2014 in Tettnang

Schon zum drit­tem mal lu­den BraufactuM, der Craftbeer-Spezialist der Radeberger-Gruppe, und Joh.Barth, ei­ner der welt­weit größ­ten Hopfengroßhändler, zu den Hopfentagen ein. In die­sem Jahr fand die Veranstaltung nicht wie bis­her in Wolnzach im Herzen der Hallertau statt, son­dern in Tettnang un­weit des Bodensees.

Am Rande des Ortsteils Siggenweiler hat die Hopfenbauerfamilie Locher das Tettnanger Hopfenmuseum ein­ge­rich­tet, das uns als Tagungsstätte für die bei­den Tage dien­te. Es kam wie­der ei­ne il­lus­tre Truppe aus Craftbrauern, Bier-Journalisten, Bloggern, Biersommeliers, Veranstaltern und Gastronomen zu­sam­men. Ehrengast war Prof. Dr. Ludwig Narziß, der kurz vor sei­nem 90. Geburtstag ei­nen sehr in­ter­es­san­ten und le­ben­di­gen Vortrag zu 60 Jahren Hopfeneinsatz hielt – für mich ei­nes der Highlights der Veranstaltung.

 

Daneben gab es wie im­mer Informationen zu Hopfenernte und Hopfenmarkt, der auf­grund der pas­sa­blen Witterungsbedingungen und der dar­aus re­sul­tie­ren­den gu­ten Ernte in die­sem Jahr wohl recht ent­spannt sein wird.

Auffällig ist, das ins­be­son­de­re in den USA, aber auch lang­sam in Deutschland die Bedeutung der Aromasorten ste­tig wächst. Auch die neu­en deut­schen Flavour Hops Mandarina Bavaria, Hüll Melon, Hallertau Blanc und Polaris so­wie deut­scher Cascade wer­den in die­sem Jahr erst­mals in aus­rei­chen­der Menge zur Verfügung ste­hen. Wir sa­hen auch vie­le ein­jäh­ri­ge Pflanzungen die­ser Sorten, die erst im nächs­ten Jahr den vol­len Ertrag lie­fern und da­mit die Versorgung mit die­sen Sorten wei­ter ver­bes­sern wer­den. Weitere neue Aromasorten ste­hen kurz vor der Zulassung.

 

Eine Podiumsdiskussion mit Gastronomen, Biersommeliers und Craftbrauern be­han­del­te das Thema, wie Craftbier ei­ne grö­ße­re Rolle in der Gastronomie ein­neh­men kann. Trotz Zeitüberziehung gabs es hier kein ab­schlie­ßen­des Ergebnis. Eine Bierkarte wird wohl, trotz er­mun­tern­der Einzelfälle, auch in ab­seh­ba­rer Zeit die Ausnahme in der Mehrheit der Gaststätten blei­ben.

 

Indra Harvest Edition

Am Abend gab es ne­ben den Hopfenbrocker- und Cornhole-Wettbewerben wie­der ei­ni­ge Neuigkeiten aus dem BraufactuM-Repertoire. Das „Barrel 1“ ist das ers­te ei­ner ge­plan­ten Reihe von fass­ge­reif­ten Bieren. Es ent­stand in Kooperation mit der baye­ri­schen Whisky-Destillerie Slyrs durch Lagerung ei­nes Stock Ale in ei­nem Whisky-Fass. Mit über 11% Alkohol und schwe­ren Aromen von Marzipan, Vanille und Trockenfrüchten war das ein ech­ter Genuss. Außerdem wur­den die Harvest-Edition-Biere – ge­braut mit frisch ge­ern­te­tem Hopfen – noch in der 2013er Version ver­kos­tet; die 2014er Ausgabe wird ge­ra­de ers­te ein­ge­braut. Vom Fass kam ein Imperial Pils mit ed­ler Hopfennase, dass noch nicht im BraufactuM-Portfolio ist. Es war trotz sei­ner 16°P Stammwürze er­staun­lich schlank, was dem mit ei­ni­gen Tricks er­höh­ten EVG zu ver­dan­ken ist.

Am zwei­ten Tag in­for­mier­ten sich die Teilnehmer in kur­zen Vorträgen über ih­re neu­es­ten Projekte. Frank Boer sprach über sein neu­es­tes Baby, die Finest Spirits & Beer Convention, die im Oktober in der Jahrhunderthalle Bochum stei­gen wird. Markus Raupach stell­te sei­ne Deutsche Bierakademie und sei­nen neu­en Brauerei- und Gasthausführer Bier aus Bayern vor.

Dennis Knobelauch und Markus Maurer mach­ten in ih­rer un­ver­gleich­li­chen Art auf ih­re Männerabend-Serie von Bier-Podcasts neu­gie­rig. Holger Hahn sprach über sein Projekt Münchner Bierinseln, bei dem ganz München in ei­ne Bühne für klei­ne und grö­ße­re Bier-Events ver­wan­delt wur­de. Tibor Kantor in­for­mier­te über neu­es­te Entwicklungen im Münchner RedHot, der Craftbier-Adresse der Münchner Bar-Szene.

Hopfentage2014-254Sascha Bruns kün­dig­te Bierlieb an, ei­nen Laden für Craftbier und Hobbybrauerbedarf und Treffpunkt für Bierliebhaber im Berliner Friedrichshain. Bierzauberer Günther Thömmes, Buchautor und Brauer, mach­te Werbung für Lesungen sei­ner Bücher. Last but not least sprach Stefan Göpper, un­ter Hobbybrauern bes­ser als Boludo be­kannt, über das Forum hobbybrauer.de und die Entwicklungen in der Hobbybrauerszene (Foto links).

Wie je­des Jahr dien­ten die Hopfentage auch dies­mal ne­ben dem of­fi­zi­el­len Programm wie­der da­zu, Kontakte zu knüp­fen und zu ver­tie­fen und sich ge­gen­sei­tig beim ge­mein­sa­men Ziel – gu­tes, viel­fäl­ti­ges Bier – zu un­ter­stüt­zen.

Hopfentage Gruppenbild



 Alle Abbildungen: Christina Rauschmann (BraufactuM)

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