BrauBeviale 2015

Messerundgang für Hobbybrauer

Wie jedes Jahr gab es Anfang Novem­ber in Nürn­berg die Brau­be­via­le. Die­se inter­na­tio­nal wich­tigs­te Mes­se für Inves­ti­ti­ons­gü­ter im Bereich Geträn­ke­tech­nik, die seit 1978 jähr­lich auf dem Nürn­ber­ger Mes­se­ge­län­de statt­fin­det, zieht inzwi­schen mit über 1.000 Aus­stel­lern in 8 Hal­len fast 40.000 Besu­cher an — Ten­denz stei­gend.

Für mich war die­ses Jahr die Pre­mie­re, und ich woll­te neben dem gro­ßen Über­blick ins­be­son­de­re die Expo­na­te besich­ti­gen, die Hob­by­brau­er und ange­hen­de Mikro‐​Brauer inter­es­sie­ren könn­ten.

Die schie­re Grö­ße stellt den Besu­cher vor unge­ahn­te Pro­ble­me. Am ers­ten Nach­mit­tag woll­te ich mir eigent­lich einen Über­blick ver­schaf­fen, um am zwei­ten Tag gezielt die inter­es­san­ten Stän­den besu­chen zu kön­nen, allein die Mas­se der Aus­stel­ler, die rie­si­ge Flä­che und die Viel­falt der The­men waren zu ver­wir­rend.

Ich blieb schon in der ers­te Sta­ti­on, Hal­le 1, ste­cken, in der es vor allem um Roh­stof­fe für die Geträn­ke­pro­duk­ti­on ging. Gleich am Ein­gang grüß­te Barth‐​Haas, einer der welt­größ­ten Hop­fen­händ­ler. Der Trend zur Ver­wen­dung immer grö­ße­rer Men­gen von Aro­mahop­fen, aus­ge­löst durch die oft hop­fen­be­ton­ten Craft‐​Biere, geht unver­min­dert wei­ter. Das freut zwar die Hop­fen­bau­er und -Händ­ler, führt aber schon zu ers­ten Lie­fer­pro­ble­men und damit zu Preis­ex­plo­sio­nen bei ein­zel­nen Sor­ten.

Barth-Haas-Stand

Barth-Haas-Stand als Hopfengarten

Eine die­ser Sor­ten ist Ama­ril­lo, der nur von weni­gen Pro­du­zen­ten in Lizenz ange­baut wird. Die erzeug­te Men­ge kann mit dem stei­gen­den Ver­brauch nicht schritt­hal­ten, weil die Anbau­flä­che nicht schnell genug ver­grö­ßert wird. Die Ver­füg­bar­keit war in die­sem Spät­som­mer so schlecht, dass die Rest­men­gen zu astro­no­mi­schen Prei­sen gehan­delt wur­den.

Barth‐​Haas will die­sem Trend mit der Ent­wick­lung von Hop­fen­mi­schun­gen ent­ge­gen­wir­ken. Die­se bie­ten die Mög­lich­keit, Hop­fen­pro­duk­te mit gleich­blei­ben­der (Aroma‐) Qua­li­tät in gro­ßer Men­ge her­zu­stel­len. Roh­stoff­schwan­kun­gen kön­nen durch Anpas­sung der Mischung aus­ge­gli­chen wer­den. Neben den bekann­ten Mischun­gen „TnT” und „Fan­ta­sia” bring Barth‐​Haas in die­sem Jahr die neue Mischung „Yel­low Sub” her­aus, deren bom­bas­ti­sches Aro­ma deut­lich an Ama­ril­lo erin­nert, aber noch viel­schich­ti­ger ist.

Wei­te­ren gro­ße Hop­fen­lie­fe­ran­ten unter den Aus­stel­lern waren z.B. Hopstei­ner (USA) und Charles Faram (UK), aber auch Hopfenpflanzer‐​Organisationen wie der Ver­band deut­scher Hop­fen­pflan­zer, die HVG aus Spalt und der Hal­ler­tau, euro­päi­sche Anbie­ter zum Bei­spiel aus Saaz (Zatec, Tsche­chi­en) und Slo­we­ni­en, und die ame­ri­ka­ni­sche Yaki­ma Chief Hop­u­ni­on und die Hop Gro­wers of Ame­ri­ca.

Letz­te­ren Stand wer­den vie­le Hob­by­brau­er in guter Erin­ne­rung haben, weil dort recht groß­zü­gig unzen­gro­ße Hop­fen­pro­ben aus­ge­ge­ben wur­den. Fast über­all konn­te man den Hop­fen in aus­ge­stell­ten Pro­ben anse­hen und rie­chen (mei­ne Hän­de rochen noch stun­den­lang nach Hop­fen) und oft sogar in damit gebrau­ten Bie­ren schme­cken.

Zwei­tes gro­ßes The­ma der Hal­le 1 war Malz. Alle gro­ßen der Bran­che waren ver­tre­ten, so etwa Wey­er­mann, Avan­gard, Durst, Best­malz, Glo­bal Malt, Schill, Cast­le Mal­ting, Mun­tons und ver­schie­de­ne ande­re inter­na­tio­na­le Anbie­ter.

Ireks

Malz in allen Schattierungen bei Ireks

Ireks warb sehr für eine neue Pro­dukt­li­nie: ihre soge­nann­ten Malz‐​Cuvees. Damit sol­len offen­sicht­lich klei­ne­re Braue­rei­en in die Lage verst­zt wer­den, Spe­zi­al­bie­re mit auf­wän­di­ge­ren Malz­schüt­tun­gen zu brau­en, ohne selbst die Mal­ze zusam­men­stel­len und alle ein­zel­nen Sor­ten am Lager haben zu müs­sen. Die Mischun­gen wer­den sogar mit pas­sen­den Rezep­ten gelie­fert. Ein Bei­spiel ist ein „Malz‐​Cuvee” namens Rosa­lie, das ein röt­li­ches, mal­zi­ges, voll­mun­di­ges Bier in frän­ki­scher Tra­di­ti­on erge­ben soll. Dass aber in die­sem Zusam­men­hang mit dem Begriff „Craft‐​Bier” gewor­ben wird, hal­te ich aber für gro­ben Unfug.

Eder

Wein- und Whisky-Fässer Bei Wilhelm Eder

Eher am Ran­de der Hal­le 1 fand man die Fir­ma Wil­helm Eder, inzwi­schen ein welt­be­kann­ter Lie­fe­rant für gebrauch­te Wein‐ und Whisky‐​Fässer unter ande­rem für die Fass­rei­fung von Bier. Neben den bekann­ten gro­ßen Fäs­sern von über 200 Litern Inhalt zeig­te er auch durch­aus hob­by­brau­er­taug­li­che 50‐​Liter‐​Whiskyfässer einer klei­ne­ren texa­ni­schen Distil­le­ry — wohl­ge­merkt Ori­gi­nal­fäs­ser, kei­ne aus Dau­ben grö­ße­rer Fäs­ser zusam­men­ge­setz­ten Humun­cu­li. Das Aro­ma, das dem Fass ent­strömt, wenn man den Stop­fen lüftt, war über­wäl­ti­gend. Alle Eder‐​Fässer sind nach Aus­sa­ge der Fir­ma über­holt und auf Dich­tig­keit geprüft.

Ein wei­te­rer klei­ner Aus­stel­ler in die­ser Hal­le war die däni­sche Fir­ma Bre­wo­lu­ti­on, die mit Brews­ter eine wei­te­re Malzrohr‐​Hobbybrauanlage anbie­ten. Es han­delt sich um einen Ein­ko­cher mit pro­gram­mier­ba­rer Tem­peraur­steu­e­reun und einem Kunst­stoff­ein­satz, der einen Senk­bo­den aus Metall­ge­we­be und das Malz auf­nimmt.

Die Wür­ze wird mit einer exter­nen Pum­pe wie beim Grain­fa­ther von oben auf das Malz geför­dert und sicker per Schwer­kraft durch die Schüt­tung. Pas­send zu den Anla­gen wer­den auch fer­ti­ge Kits mit Malz, Hop­fen und Hefe sowie Zube­hör­sets mit Gär­bot­tich und Fla­schen ange­bo­ten. Das brau!magazin wird ver­su­chen, einen aus­führ­li­chen Test in einer der nächs­ten Aus­ga­ben zu brin­gen.

Ebatec Flaschenspüler

Ebatec Flaschenspüler

Die öster­rei­chi­sche Fir­ma Eba­tec stell­te ihr bekann­tes Fla­schen­spül­sys­tem auf Grund­la­ge einer Jemi‐​Gastrospülmaschine vor. Sta­bi­le Spe­zi­al­kör­be posi­tio­nie­ren ver­schie­de­ne Fla­schen­ty­pen von 0,1 bis 2 Liter Inhalt genau hori­zon­tal und ver­ti­kal über kräf­ti­ge Sprüh­dü­sen. Ein Durch­lauf, der z.B. 20 0,5-Liter-Flaschen rei­nigt, dau­ert nur etwa 7 Minu­ten. Mit einem zusätz­li­chen zwei­ten Korb, der wäh­rend des Wasch­vor­gangs aus­ge­räumt und neu bestückt wer­den kann, rei­nigt man so 200 Fla­schen in etwas über einer Stun­de.

Werk II mit Füllern und ZKGs

Werk II mit Füllern und ZKGs

Frank Hin­kel­manns Brau­man­u­hak­tur Werk II, der hes­si­sche Her­stel­ler klei­ner Abfüll­an­la­gen, stell­te gemein­sam mit Rai­ner Schin­kel aus, der zylin­dro­ko­ni­sche Gär­tanks von 100 bis 300 Litern Grö­ße mit Man­tel­küh­lung anbot. Am Stand konn­te man die bekann­ten Fill­boy und Fill­ma­tic eben­so wie den grö­ße­ren Fill­mas­ter in Akti­on erle­ben. Aller­dings war der Andrang so groß, dass ich kei­ne Gele­gen­heit hat­te, mit Frank zu spre­chen.

Sommer maltman

Sommer maltman

In Hal­le 6 fand ich den Stand der Fir­ma Som­mer Maschi­nen­bau, die schon seit vie­len Jah­ren in Osna­bück Wal­zen­müh­len für den Ein­satz in der Land­wirt­schaft her­stellt. Die klei­ne­ren „Hafer­boy” Getrei­de­quet­schen fin­det man aber inzwi­schen auch in etli­chen Klein­braue­rei­en, wo sie abso­lut zuver­läs­sig klei­ne bis mitt­le­re Malz­men­gen schro­ten. Nun hat Som­mer dar­aus eine spe­zi­el­le Braue­rei­taug­li­che Müh­le ent­wi­ckelt, die sämt­li­chen lebens­mit­tel­recht­li­chen Ansprü­chen genügt. Die Ände­run­gen betref­fen eini­ge malz­be­rüh­ren­de Tei­le, die jetzt aus Edel­stahl her­ge­stellt wer­den, und ins­be­son­de­re die Lackie­rung, die in lebens­mit­tel­ver­ar­bei­ten­den Betrie­ben zwin­gend weiß sein muss. Die Müh­len wer­den unter dem Namen „malt­man” ver­trie­ben. Die rechts abge­bil­de­te kleins­te Ver­tre­te­rin der vier Model­le umfas­sen­den Rei­he ist das Pen­dant zur Hafer­boy Micro mit 550W Leis­tung und schro­tet etwa 50kg Malz pro Stun­de, die größ­te mit 5,5kW Leis­tung schafft pro Stun­de etwa eine Ton­ne.

Matthias im Kundengespräch

Matthias mit MattMill im Kundengespräch

Ich wech­sel­te dann zur Hal­le 9, in der auf einem Gemein­schafts­stand jun­ger inno­va­ti­ver Untern­h­men unter ande­rem auch Mat­thi­as Hoß­feld mit sei­ner Fir­ma Matt­mill aus­stell­te. Ich fand einen über­aus zufrie­de­nen Mat­thi­as vor, der sicht­bar glück­lich über den gro­ßen Zuspruch an sei­nem Stand war. Er freu­te sich jedes­mal schel­misch, wenn er einem Besu­cher eine Müh­le in die Hand drü­cken konn­te, und die­ser sie ob des gro­ßen Gewichts der sta­bi­len Kon­struk­ti­on fast fal­len ließ. Das Mattmill‐​Sortiment an Pro­duk­ten „desi­gned and made in Ger­ma­ny” wächst stän­dig. Die ers­te Auf­la­ge des neu­es­ten MattMill‐​Babys, des Impeller‐​Rührwerks, das natür­lich auch zu sehen war, ist bereits wie­der aus­ver­kauft. Man kann nur hof­fen, dass Mat­thi­as die Ide­en noch lan­ge nicht aus­ge­hen.

Gleich neben­an besuch­te ich Mar­kus und Gabrie­le Sai­ler mit ihrer Fir­ma Bukan­ter, die sich ganz dem Genuss‐​Erlebnis Bier ver­schrie­ben haben. Mar­kus sta­chel­te für uns einen Andech­ser Dop­pel­bock, der dadurch noch ein wenig karamellig‐​runder wur­de. Aus dem glei­chen „Roh­stoff” wur­de in den „Essenz” genann­ten Spe­zi­al­fla­schen ein likör­ar­ti­ger Super‐​Eisbock, des­sen Genuss ein­fach sen­sa­tio­nell ist.

Die Aro­men­leis­ten, die in meh­re­ren Zusam­men­stel­lun­gen Aro­men in klei­nen Essenz­röhr­chen ent­hal­ten, bie­ten jeweils 12 ver­schie­de­ne Aro­men, die in Bier wahr­nehm­bar sein kön­nen. Das reicht von hop­fi­gen, wür­zi­gen und fruch­ti­gen bis zu scho­ko­la­di­gen, nus­si­gen und kom­ple­xen Aro­men. Eine gute Gele­gen­heit, sei­nen Geruchs­sin zu trai­ni­ren und zu ler­nen, Aro­men zu benen­nen.

Der Rund­gang führ­te mich wei­ter in Hal­le 5, die mich direkt mit dem Stand der Fir­ma Brau­Kon, dem Trucht­la­chin­ger Brau­an­la­gen­brau­er und Con­sul­ter emp­fing. Die größ­te Besu­cher­trau­be hielt sich hier am mobi­len Camba‐​Bavaria-Aus­schank auf, der die bekann­ten Spe­zia­li­tä­ten der zu Brau­Kon gehö­ren­den Braue­rei vom Chiem­see aus­schänk­te.

Ansons­ten fand man die bekann­ten Hop‐​Gun und Hop‐​Rocket zum Stop­fen der Bie­re mit Hopfen‐​Dolden oder -Pel­lets und das Vormaisch‐​System Alloy­Si­us. Die Neu­ig­kei­ten spiel­ten sich hier wohl eher hin­ter den Kulis­sen ab, da das Haupt­ge­schäft von Brau­Kon in der Pla­nung kun­den­spe­zi­fi­scher Lösun­gen liegt.

Salm-Anlage für das Hofbräuhaus St. Louis

Salm-Anlage für das Hofbräuhaus St. Louis

Direkt gegen­über Brau­kon stand eine sehr schön anzu­se­hen­de Brau­an­la­ge des öste­re­rei­chi­schen Her­stel­lers Salm, die laut Schild für das „Hof­bräu­haus Mün­chen, Brau­stät­te St. Lou­is, USA” her­ge­stellt wur­de. Auch bei ande­ren Anla­gen­bau­ern sieht man, dass Kun­den­an­la­gen auf Mes­sen aus­ge­stellt wer­den, bevor sie sie beim vor Ort mon­tie­ren. Die Anla­ge auf dem Stand von Kas­par Schulz, nur zwei Gän­ge wei­ter, war eben­so für einen Kun­den bestimmt, dies­mal für die Schan­zen­bräu in Nürn­berg.

Am Ran­de der Hal­le 5 fand man den schwä­bi­schen Tank‐ und Behäl­ter­bau­er Spei­del, unter uns Hob­by­brau­ern eher durch ihre Braumeister‐​Serie bekannt. Neben dem end­lich erhält­li­chen WLAN‐​Modul für ihre Brau­steue­run­gen zeig­te man hier ein sehr inter­es­san­tes Kühl­sys­tem für Gär­be­häl­ter bis 30 Liter. Mit Ein­zel­hei­ten zum „Gär­meis­ter” war man etwas zurück­hal­tend, da es sich noch um einen Pro­to­ty­pen han­del­te. Offen­sicht­lich wird hier mit Peltier‐​Elementen und Heat­pipes gekühlt oder geheizt. Die auf dem Behäl­ter­de­ckel ange­brach­te Steue­rung erlaubt es, mehr­stu­fi­ge Gär­pro­fi­le mit Dau­er und Tem­pe­ra­tur ein­zu­stel­len und an Hop­fen­ga­ben zum Stop­fen zu erin­nern.

Die Tem­pe­ra­tur für grö­ße­re Tanks, die jetzt ab 60 Liter in zylin­do­ko­ni­scher Aus­füh­rung wahl­wei­se auch als Druck­tank gelie­fert wer­den kön­nen, wird aber nach wie vor über eine Man­tel­küh­lung und einen exter­nen Durch­lauf­küh­ler gesteu­ert.

Labu CraftMaster 200

Labu CraftMaster 200

Der öster­rei­chi­sche Anla­gen­her­stel­ler Labu war mit einem klei­nen Stand in Hal­le 7 ver­tre­ten. Aus­ge­stellt wur­de der bekann­te Labu Brau­block und der neue Labu Craft­Mas­ter. Der Craft­Mas­ter ist ein sehr kom­pak­tes Zweigeräte‐​Sudhaus, das auf weni­ger als 2m² Sud­pfan­ne, Läu­ter­bot­tich, Whirl­pool und Gär­tank mit Man­tel­küh­lung ver­eint. Er wird wahl­wei­se in 200 oder 300 Liter Aus­füh­rung ange­bo­ten. Pum­pe und frei pro­gram­mier­ba­re Touchpad‐​Steuerung sind im Grund­sys­tem ent­hal­ten, Wär­me­tau­scher, Eis­was­ser­küh­lung und Gär­kel­ler müs­sen zusätz­lich geor­dert wer­den. Obwohl mit dem Craft­Mas­ter durch das feh­len­de drit­te Gefäß kei­ne par­al­le­len Dop­pel­su­de gefah­ren wer­den kön­nen, ist die Anla­ge ein güns­ti­ges, platz­spa­ren­des Ein­stiegs­sys­tem für Micro‐ oder Gast­haus­braue­rei­en. In Ber­lin wur­de erst vor weni­gen Tagen ein Craft­Mas­ter für das dem­nächst öff­nen­de Stra­ßen­bräu am Ost­kreuz gelie­fert.

Bru­mas stand mit der Brau­eu­le nicht weit ent­fernt. Das Geschäft läuft so gut, dass es kei­ne Ände­run­gen an dem schon meh­re­re Jah­re unver­än­dert ver­trie­be­nen Sys­tem gibt. Als Neue­rung zeig­te mir Vol­ker Roth­bau­er sei­ne Tra­ge­ta­sche für 9 Liter Cola‐​Kegs.

Das sehr wider­stands­fä­hi­ge Gewe­be der Tasche schützt das Keg und hält es durch die ein­ge­ar­bei­te­te Iso­lie­rung lan­ge kühl. Zusam­men mit dem Plas­tik­zapf­hahn inklu­si­ve Beru­hi­gungs­schlan­ge ent­steht so eine kom­plet­te Camping‐​Zapfanlage. Fass und Zapf­spi­ra­le bie­tet Bru­mas in sei­nem Zube­hör­shop an, die Tasche kommt dem­nächst dazu.

Wengert

Wengert

Der schwä­bi­sche Brennerei‐ und Braue­rei­aus­rüs­ter Wen­gert war eben­falls in Hal­le 7 ver­tre­ten und stell­te sein Ein­kes­sel­sys­tem sowie ein Zwei­ge­rä­te­sud­haus aus. Neu bei Wen­gert ist eine Flaschen‐ und Keg‐​Waschanlage, die aber nicht am Stand zu sehen war. Die Standard‐​Anlagen schei­nen aber bei Wen­gert nur einen klei­nen Teil des Geschäfts aus­zu­ma­chen, der grö­ße­re Teil sind wohl kun­den­spzi­fisch zuge­schnit­te­ne Indi­vi­dual­lö­sun­gen.

Sylvia Kopp als Botschafter der US-Craft-Biere

Sylvia Kopp als Botschafter der US-Craft-Biere

Ein High­light auch für die Nicht‐​Brauer war die Craftbier‐​Corner in Hal­le 9, die dies­mal noch wesent­lich grö­ßer als im letz­ten Jahr war. An vier meist dicht umla­ger­ten Bars wur­den jeweils Vor­mit­tags und Nach­mit­tags von Bier­som­me­liers geführ­te Ver­kos­tun­gen ange­bo­ten, die Bie­re zu den The­men Malz, Hop­fen, Hefe und aus den Bier­na­tio­nen Eng­land, Ita­li­en und USA vor­stell­ten. Den ame­ri­ka­ni­schen Part über­nahm die frisch gekür­te Bier­bot­schaf­t­rin der ame­ri­ka­ni­schen Craft‐​Brauer Syl­via Kopp. Ich nahm am Don­ners­tag vomit­tags an der Ver­kos­tung teil und pro­bier­te mehr als 10 her­vor­ra­gen­de US‐​Biere, deren Favo­rit für mich neben den star­ken Stouts, Por­ters und IPAs das Blood­li­ne Blood Oran­ge Ale von Fly­ing Dog war.

Schä­fer zeig­te sein kom­plet­tes Port­fo­lio an Fass­sys­te­men. Inter­es­sant war das 10 Liter fas­sen­de smart­Draft Keg, in dem ein inte­grier­ter CO2-Tank Zapf­gas für den kom­plet­ten Fas­sin­halt lie­fert. Damit ent­fällt beim Zap­fen die kom­plet­te CO2-Ver­sor­gung. Pas­sen­de Zapf­sys­te­me mit dem „smart­Draft Tap” und mit oder ohne Küh­lung wer­den ange­bo­ten. Die kur­ze Einweg‐​Bierleitung, die mit Zapf­kopf, Schlauch und Zapf­hahn alle bier­be­rüh­ren­den Tei­le ent­hält, wird bei jeder Fül­lung erneu­ert, so das kei­ne Rei­ni­gung erfor­der­lich ist. Bei der Fül­lung mit Bier über einen spe­zi­el­len Füll­kopf wird auch das CO2-Depot auf­ge­füllt.

Ziel­grup­pen von smart­Draft sind klei­ne­re Ver­an­stal­ter und Cate­rer, die ohne spe­zi­el­le Schank­tech­nik frisch gezapf­tes Bier anbie­ten wol­len. Für Hob­by­brau­er wer­den die Einweg‐​Bierleitung und die meh­re­ren nöti­gen Füll‐ und Zapf‐​Adapter eine Hür­de dar­stel­len. Info­ma­tio­nen dar­über, wie das Sys­tem in der Brau­in­dus­trie ange­nom­men wird, waren eher spär­lich. Die über smart­Draft am Stand ange­bo­te­nen Bie­re muss­ten jeden­falls zuvor in die smart­Draft Kegs umge­füllt wer­den.

Das fresh­Keg nutzt das glei­che Sys­tem des CO2-Depots, ist aber eher auf klei­ne­re Ver­an­stal­tun­gen und den heim­be­reich gerich­tet. Gezapft wird hier über den spe­zi­el­len wie­der­ver­wend­ba­ren freshKeg‐​Zapfkopf. Die Kegs sind in Grö­ßen von 5 und 10 Liter erhält­lich.

Fassfabrik Schmid

Fassfabrik Schmid

Aber auch klas­si­sche Holz­fäs­ser sind in der Brau­in­dus­trie noch aktu­ell, nicht nur zum Fass­aus­bau von super­star­ken Craft‐​Bieren. Haupt­kun­de der der Fass­fa­brik Schmid aus Mün­chen ist Augus­ti­ner Bräu, die einen Teil der Pro­duk­ti­on nach wie vor in gepich­te Holz­fäs­ser abfül­len. Aber auch vie­le ande­re, auch gro­ße Braue­rei­en benut­zen noch immer tra­di­tio­nel­le holz­fäs­ser mit baye­ri­schen Anstich. Moder­ne­re Schmid‐​Produkte sind hol­zum­man­tel­te Edel­stahl­fäs­ser, und als Neben­pro­dukt wer­den Bier­ti­sche aus alten Fäs­sern und ande­re Holz‐​Dekoartikel ange­bo­ten.

Ansons­ten kann man auf die­ser Mes­se fast über­all in Edel­stahl, Kup­fer und Mes­sing schwel­gen. Brau­an­la­gen, Abfüll­an­la­gen und Was­ser­auf­be­rei­tungs­an­la­gen zuhauf. Alle sehr schön anzu­se­hen, aber für den Hob­by­bereich so weit außer Reich­wei­te, dass eine nähe­re Beschäf­ti­gung damit nur lohnt, wenn man in einer eige­nen Ent­wick­lung man­che Lösun­gen auf han­tier­ba­re Grö­ßen her­un­ter­ska­lie­ren möch­te. Unten trotz­dem eini­ge Bei­spie­le als Appe­tit­an­re­ger.

SudkraftZum Schluss möch­te ich nicht ver­säu­men, euch mein ganz per­sön­li­ches Messe‐​Highlight vor­zu­stel­len: Sud­kraft, die „Micro Steam Bre­we­ry” im Zement­mi­scher! Die­se genia­le Idee benutzt einen Zement­mi­scher qua­si als exter­nes Rühr­werk. Die eigent­li­che Sud­pfan­ne ist ein Edel­stahl­be­häl­ter, der im Mischer mon­tiert ist und über eine Dampflan­ze oder eine Heiz­schlan­ge mit dem Heiß­dampf eines klei­nen Dampf­erzeu­gers beheizt wird. Die Anla­ge erle­digt alle Schrit­te vom Mai­schen über das Läu­tern mit einem ein­ge­bau­ten Läu­ter­sieb und das Kochen mit Dampf­hei­zung bis zum Küh­len mit­tels Kühl­schlan­ge. Sogar Hop­fen­vo­r­i­so­me­ri­sie­rung und Hop­fen­öl­ex­trak­ti­on sind mit der Anla­ge mög­lich. Wir wer­den dem­nächst aus­führ­lich über das Sys­tem berich­ten, das im kom­men­den Jahr auch in den Han­del kom­men soll.

Auch wenn für die meis­ten Hob­by­brau­er 95% der BrauBeviale‐​Aussteller unin­ter­es­sant sind, lohnt sich ein Besuch bei den rest­li­chen 5% alle­mal, denn das sind bei über 1000 Aus­stel­lern immer noch min­des­tens 50 Stän­de. Die aller­meis­ten Kon­tak­te sind sehr freund­lich und infor­ma­tiv. Und ein Blick auf die fun­keln­den Edel­stahl­wun­der bei den ande­ren Aus­stel­lern scha­det auch nicht.

Die Lis­te der Aus­stel­ler wird übri­gens unter braubeviale.de eini­ge Wochen vor Beginn der Mes­se ver­öf­fent­licht. So kann man den Rund­gang schon zuhau­se pla­nen und spart sich ver­geu­de­te Zeit beim ziel­lo­sen Her­um­ir­ren.

Wenn ihr jetzt gekö­dert seid und die Mes­se im nächs­ten Jahr unbe­dingt besu­chen wollt: 2016 steigt sie vom 8. bis 10. Novem­ber. Recht­zei­ti­ge Zim­mer­bu­chung ist emp­feh­lens­wert!

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